
Nachrichten Nachhaltiger Energiegemeinden
Ausgabe 1
Herbst 2010
Artikeln [1 DE]
Fünf neue Projekte des IEE-Programms „Nachhaltige Energiegemeinden“
Energie für Bürgermeister/innen konzentriert sich auf Unterstützende Strukturen
ENESCOM – Energie-Identität der Gemeinden
come2CoM – Austausch nachhaltiger städtischer Energiestrategien
Förderung des Konvents der Bürgermeister/innen
Växjö - die “Grünste Stadt” kann noch mehr erreichen!
City_SEC fördert Städtische Nachhaltige Energiegemeinden
ENNEREG "Regionen 202020"
Den Weg ebnen für ein Europa nachhaltiger Energien
Die “Grünste Stadt” kann noch mehr erreichen! Ein Beispiel für einen erfolgreichen „Aktionsplan für nachhaltige Energie“ aus Växjö, Schweden
Autor: Katrin JULLIEN, come2CoM Project Coordinator (2010-11), Germany / Meike LÖHR, come2CoM Project Coordinator (2011-2012), Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH, Germany - Email
Übersetzer: Carsten Rothballer, Energy for Mayors, ICLEI - Email
Kernaufgabe des come2CoM Projektes ist die Förderung des Konvents der Bürgermeister/innen durch Hilfestellung bei der Ausarbeitung eines Aktionsplans für nachhaltige Energie. In einem Interview mit come2CoM erläutert Henrik Johansson, der Umweltcontroller von Växjö, Schweden, die Bedeutung von Energieaktionsplänen im Kampf gegen den Klimawandel.
Växjö “Europas grünste Stadt”. Verwendung der Fotografie mit Genehmigung von Henrik Josephson, Stadt Växjö
come2CoM: Viel erfolgreiche Arbeit zur Reduzierung von CO2-Emissionen wurde bereits in Växjö geleistet. Warum ist die „grünste Stadt Europas“ dem CoM beigetreten und hat einen „Aktionsplan für nachhaltige Energie“ aufgestellt, zusätzlich zu all ihren anderen Energiesparprogrammen?
Henrik Johansson: Die Idee hinter CoM ist, dass Kommunen ihre Bereitwilligkeit zeigen, weiter als das von der EU gesetzte Klimaziel zu gehen. Und selbst wenn Växjö das bereits getan hat, so denken wir doch, dass es wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass eine Reduzierung um 20% nicht genug ist und dass es möglich ist, auf lokaler Ebene viel weiter zu gehen. Was den SEAP betrifft, haben wir uns gedacht, dass man nicht ständig neue Dinge erfinden sollte. 2007 haben wir in Växjö eine lokale Klimakommission einberufen, um herauszufinden, was zu machen wäre, um die lokalen Ziele zu erreichen. Den Abschlussbericht der Kommission haben wir als unseren SEAP verwendet. Nächstes Jahr werden wir an einem neuen Energieplan für Växjö arbeiten, der dann unseren derzeitigen SEAP ersetzen kann, wenn er fertig ist.
Växjö. Abdruck der Fotografie mit Genehmigung von Henrik Josephson, Stadt Växjö
come2CoM: Die Einbeziehung von Interessensgruppen gilt als ein entscheidendes Element bei der Umsetzung eines SEAP. Welche Interessensgruppen sind bei ihrem SEAP beteiligt und auf welche Weise?
Henrik Johansson: Unser SEAP wurde über einen langen Zeitraum hinweg entwickelt und ist Teil des Programms Fossilfreies Växjö. Als das Programm erstmals in den 90er Jahren verabschiedet wurde, war die Beteiligung von Politikern, Firmen, Behörden, NGOs, der Universität und Bürgern unerlässlich. Dieses Engagement vieler Beteiligter wurde durch Seminare, runde Tische u.a. erreicht. Die lokale Klimakommission bestand aus Mitarbeitern der Stadt und der Energiegesellschaft – der Energieagentur Südostschwedens – der Universität und ortsansässigen Firmen. Es wurden viele Treffen abgehalten, bei denen Experten ihr Wissen teilten.
come2CoM: Es ist wahrscheinlich, dass Växjö bis 2050 eine „Fossilfreie Stadt“ wird. Es erweist sich jedoch als schwierig, signifikante CO2-Reduktionen im Verkehrssektor zu erreichen. Welche Aktivitäten und Schlüsselmaßnahmen sind für diesen Sektor geplant?
Henrik Johansson: Planziel Växjös ist es jetzt, bis 2030 von fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden. Es ist jedoch so, dass 80% aller Emissionen in Växjö aus Transport und Maschinen stammt, der Rest hingegen aus Energie. Da der Energiesektor lokal verankert ist, war es dort leichter gute Ergebnisse zu erzielen, aber beim Verkehr sind wir in einem größeren Maße von der globalen Entwicklung abhängig. Die Kommune kann nicht darüber entscheiden, welche Art von Fahrzeugen und Brennstoffen benutzt werden dürfen. Dennoch können wir dazu ermutigen, eine gute Wahl zu treffen, zum Beispiel, indem wir es den Menschen erleichtern, das Fahrrad zu benutzen. Ab 2012 werden wir damit beginnen, biologischen Haushaltsmüll für die Biogasproduktion zu sammeln. Das Biogas wird dann in städtischen und privaten Bussen verwendet. Das wird aber die CO2-Emissionen gerade einmal um 1-2% pro Kopf senken. Darum müssen wir auf lokaler Ebene daran arbeiten, dass sich die Einstellungen und Verhaltensweisen ändern, aber wir brauchen auch die Hilfe der Regierung und der EU für entsprechende Gesetze. Es ist ein ehrgeiziges Ziel für 2030, aber die Dinge können sich in nur wenigen Jahren drastisch ändern.
CO2-Emissionen und Wirtschaftswachstum in Växjö





